Werbung schalten
MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - Tödliche Gefahr für Europas Geier

MeiDresden.de  04.09.2017  14:40 Uhr - (MS) - Der Einsatz von Medikamenten mit dem Wirkstoff Diclofenacin der Veterinärmedizin ist eine existenzielle Bedrohung für die Geierbestände weltweit. Zum Tag des Geiers lud am Sonntag der Zoo Dresden ein. Mit einer Extra-Schaufütterung und Schautafeln will der Zoo auch auf das Problem aufmerksam machen. In der großen Geiervoliere leben 8 Gänsegeier, 1 Kuttengeier, 3 Schmutzgeier und ein Milchuhu

Gänsegeier

Nun fordern Verbände ein sofortiges Einsatzverbot des Wirkstoffes Diclofenac bei Tieren in Europa. Diclofenac ist ein starkes schmerz- und entzündungshemmendes Mittel, das für das beinahe komplette Aussterben aller Geierarten Indiens, Pakistans und Nepals verantwortlich ist. Die Vögel sterben qualvoll an Nierenversagen, sobald sie von Tieren fressen, die vor ihrem Tod mit diesem Mittel behandelt wurden.

Schmutzgeier

Schmutzgeier

Es leben vier, durchweg seltene Geierarten auf unserem Kontinent: der kleinste von ihnen ist der Schmutzgeier, er gilt weltweit als gefährdet.  Der große „Aegypius monachus“ wie er wissenschaftlich heißt – umgangssprachlich aber auch Mönchsgeier oder Kuttengeier genannt, ist ein Meter lang und somit der zweitgrößte Greifvogel in Europa. Er steht mittlerweile auf der Vorwarnstufe der Roten Liste.

Gänsegeier

Kutten- oder Mönchsgeier

Der Gänsegeier und Bartgeier  - wissenschaftlich auch „Gyps fulvus“  und „Gypaetus barbatus“ genannt, können den extremen Bestandstief hinter sich lassen und aufgrund jahrzentelanger Artenschutzmaßnahmen gute Bestanderholungen vorweisen. Hierfür haben die EU und mehre Mitgliedsstaaten viele Millonen Euro ausgegeben.

 

Der Wirkstoff Diclofenac wurde auf dem indischen Subkontinent in den 90er Jahren zur Behandlung von Rindern angewandt. Das Mittel blieb nach dem Tod der Tiere im Körper. Die Geier haben die Kadaver gefressen , danach starben sie schnell einen qualvollen Tod. So wurde in nur einem Jahrzehnt 99 Prozent aller Geier Indiens ausgerottet.

Fotos: MeiDresden.de/Mike Schiller

Copyright © 2019 MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.