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MeiDresden.de - Aktuelle News aus Dresden und der Umgebung - CSD Dresden öffnet Türen der Landeskoordinierungsstelle Sachsen für queere Geflüchtete

MeiDresden.de  12.06.2019  12:10 Uhr - (MS) - Der CSD Dresden e.V. reagierte 2015 sehr schnell auf die Eskalation der Gewalt gegenüber LSBTI*- Geflüchteten - was am 09. August 2015 zunächst rein ehrenamtlich in Dresden begann, wurde Anfang Dezember 2015 zu einer offiziellen Landeskoordinierungsstelle für queere Geflüchtete in Sachsen. Er holte queere Geflüchtete aus den Erstaifnahmeeinrichtungen. Schnell sprach sich es herum und die Zahl der aufgenommenen stieg schnell. Um die Arbeit einmal der Öffentlichkeit zu zeigen, wird ein Tag der offenen Tür am 13.Juni veranstaltet. Auch Frau Staatsministerin Petra Köpping wird anwesend sein.



Seitdem holen wir bedrohte queere Geflüchtete aus den Ersteinrichtungen, Wohnheimen oder sonstigen Unterkünften heraus und bringen sie in geschützten dezentralen Wohnräumen unter, schrieb der CSD Dresden e.V. in einer Pressemeldung.

Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter_innen halfen anfangs mit dem Nötigsten (Essen, Getränken, Kleidung) und vor allem auch mit Zeit zum Zuhören. Diese Lösung war anfangs gar nicht so einfach durchzusetzen. Dies ging nur mit Sondergenehmigung, welche der Verein durch die gute Vernetzung des Vereines in kürzester Zeit erhielten. Inzwischen schätzen alle die Arbeit des Vereins: die LDS, die Stadtverwaltungen, die Ausländerbehörden, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterstützen das Gesamtprojekt.

Zum aktuellen Zeitpunkt befinden sich über 70 Personen in 26 geschützten Wohnungen in der Landeshauptstadt Dresden und weit über 400 Personen in ganz Sachsen wurde durch die Arbeit der LKS geholfen. Für die Flüchtlinge, denen der Verein und die Kooperationspartner_innen auf diese Weise helfen konnte, hat ein neues Leben begonnen. Sie fühlen sich in Sicherheit und engagieren sich nun ihrerseits in LSBTI*-Gruppen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und anderen Flüchtlingen mit ähnlichem Schicksal eine Anlaufstelle zu bieten.

Camil udn Oscar  Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller

MeiDresden.de traf zwei queere Geflüchtete in den Räumen des CSD Dresden e.V. Beide erzählten ihren Weg von ihrer Heimat über Berlin bis nach Dresden. Camil(32, Libanon und Oscar (30 Venezuela). Beide sind seitr fast zwei Jahren in Dresden. Camil erzählte das er mit der Polizei Probleme hatte. Er ist über Beirut nach Dubai und weiter nach Berlin gereist. Auch OScar erzählte seinen Weg nach Dresden. Bei beiden Gesprächen war eine Freundlichkeit und Offenheit zu spühren.

Beide sind hier angekommen, fühlen sich auch hier zu Hause und sind glücklich. Sie haben ihr Umfeld gefunden, besuchen weiter einen Deutschkurs und arbeiten in der Landeskoordinierungsstelle für queere Geflüchtete. Sie helfen anderen sich hier einzuleben. Beide waren voller Energie und sehr aufgeschlossen, sehr freundlich und einfach Mensch! Nach einer Stunde war das Gespräch zu Ende und sie gingen wieder an ihre Arbeit. Im hinteren Teil entsteht gerade Ihr Raum. Er wurde neu gebaut und erhält derzeit seine Farbe. Es ist ein Auffenthalts- und Schulungsraum für die
queeren Geflüchteten.

Camil udn Oscar  Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller

Das Ziel der LKS ist es queere Geflüchtete von der Erstaufnahmeeinrichtung bis hin zur vollständigen Integration in Sachsen zu begleiten. Dabei ist die LKS, welche durch das Sächsische Staatsministerium für Gleichstellung und Integration gefördert wird, die zentrale Stelle als Koordination und Ansprechpartner für:
•    die queeren Geflüchteten,
•    die Zentrale Ausländerbehörde des Freistaates Sachsen,
•    die Bundespolizei,
•    dem BAMF,
•    den kreisfreien Städten in Sachsen,
•    den im Nachgang arbeitenden Kooperationspartner_innen (Rosalinde-Leipzig, LSVD Sachsen-Chemnitz, Gerede e.V.-Dresden) und
•    dem Integrationsbetreuer für queere Geflüchtete in der Landeshauptstadt Dresden, welcher durch das Sozialamt der Landeshauptstadt Dresden gefördert wird, in Kooperation mit der Aidshilfe Dresden und der in der Region zuständigen sozialen Betreuung.

Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller

Die Basis, auf welcher der CSD Dresden e.V. das Gesamtprojekt aufbaut, ist die authentische Vertretung, die Fachkompetenz und die nötige Sensibilität aufgrund seiner Zugehörigkeit zur queeren-Community. Wichtig für das Gelingen des Gesamtprojekt sind die Besetzungen einzelner Stelle durch anerkannte queere Geflüchtete. Im Sinne einer Peer-Education-Strategie konnte so Begleitungsarbeit durch Menschen mit vorhandenem Expertenwissen (Kultur, Fluchterfahrung, sexuelle Orientierung u.v.m.) in der Gruppe der queer Geflüchteten sinnstiftend eingesetzt werden.

Die Landeskoordinierungsstelle erhielt folgende Fördermittel:
- Jahr 2017: 128.966,69 € (Richtlinie Integrative Maßnahmen)
- Jahr 2018: 146.455,76 € (Richtlinie Integrative Maßnahmen)
- Jahr 2019: 160.598,30 € (Richtlinie Integrative Maßnahmen) Quelle: Sächsisches Staatsministeerium für Soziales und Verbraucherschutz

Termin:      13.06.2019 ab 12:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Gäste:         Frau Staatsministerin Petra Köpping
Ort:   Landeskoordinierungsstelle Sachsen für queere Geflüchtete und Büro des Integrationsbegleiters für queere Geflüchtete in der Landeshauptstadt
Zwickauer Straße 8; 01069 Dresden

 

Quelle: CSD Dresden e.V.

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