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MeiDresden.de  24.09.2019  11:45 Uhr - (MS) - Sie waren Gelb und als „Telefonzelle“ bekannt. Nach der Gründung der Deutschen Telekom im Jahr 1992 werden nun immer mehr gelbe Häuschen durch öffentliche Kommunikationsterminals in den Unternehmensfarben Grau und Magenta ersetzt. Doch das Ene war vorprogramiert mit dem Einzug der Handys. Doch immer mehr „Telefonzellen“ verschwinden, auch in Dresden. Wie viele, darüber hat die Telekom keine Daten. "Solche Daten halten wir nicht vor", sagte Georg von Wagner Unternehmenssprecher Telekom auf Nachfrage.


 

Weiter: Zum Thema Telefonzellen kann ich Ihnen grundsätzlich Folgendes sagen:
Die Bedeutung der Telefonzelle hat mit dem Siegeszug des Handys abgenommen. Statistisch gesehen hat jeder Deutsche mindestens ein Handy. Die Notwendigkeit für öffentliche Telefonzellen nimmt dementsprechend ab. Es gibt bundesweit noch über rund 17.000 Telefonzellen, die die Deutsche Telekom betreibt. Es gibt darüber hinaus noch Alternativanbieter. Es gibt immer noch Orte mit einer hohen Nutzung, etwa Flughäfen oder Bahnhöfe.

Wenn eine Telefonzelle nicht mehr genutzt wird, dann sprechen wir mit der Kommune über einen Abbau. Der Unterhalt einer Telefonzelle kostet Geld, etwa für Strom, Standortmiete und Wartung.

Mit der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbänden wurde deshalb vereinbart: Die Telekom darf Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn auf deren Gebiet extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 €/Monat stehen. Der Umsatz ist ein klares Indiz dafür, dass der Wunsch nach einer Grundversorgung durch die Bevölkerung an dieser Stelle offensichtlich nicht mehr besteht. Der Kunde ist der Architekt des Telefonzellen-Netzes.

Wenn die Kommune an einem Standort festhalten möchte, sprechen wir mit ihr über eine kostengünstige Alternative wie etwa ein Basistelefon.
 
Hintergrund öffentliche Telekommunikation
In den vergangenen Jahren ist die Zahl öffentlicher Telefonstellen nach und nach zurückgegangen (Grund: Verstärkte Nutzung der Mobiltelefonie, Versorgung der Haushalte mit Telefonen). Die aktuelle Zahl liegt bundesweit bei rund 20.000 öffentlichen Telekommunikationsstellen. Von öffentlichen Telefonstellen wurden in 2010  ca. 120 Mio. Gespräche geführt [Zum Vergleich: 1999: ca. 1 Mrd; 2008: 210 Mio.; 2009: 165 Mio.].
 
In der Regel wurden und werden extrem unwirtschaftliche Standorte abgebaut, vielfach jedoch nur einzelne Telefonhäuschen an Mehrfachstandorten. Dafür ist allerdings grundsätzlich das Einverständnis der jeweiligen Kommune und der Bundesnetzagentur nötig.
"Telefonzelle" am Pirnaischen Platz   Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller


Wir beobachten ständig den Markt und die Nutzung unserer öffentlichen Telefone. Bei unseren Standort-Entscheidungen müssen wir abwägen zwischen dem öffentlichen Interesse an einer Versorgung mit frei zugänglichen Telefonen und den wirtschaftlichen Interessen unseres Unternehmens. Weiter beobachten wir seit Jahren eine Verlagerung der Nutzung von öffentlichen Telefonen hin zu den Mobiltelefonen. Aus diesem Grund haben viele Standorte (gerade im ländlichen Bereich) in der letzten Zeit an Bedeutung verloren. Eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Telefonstellen wird allerdings nach wie vor von der Telekom sichergestellt.
 
Öffentliche Telefonstellen haben dennoch nach wie vor einen hohen Stellenwert für die Deutsche Telekom. Vor allem neue Dienste und Produkte steigern wieder die Bedeutung der öffentlichen Telekommunikation. So wurden z. B. in 2010 ca. 3,5 Mio. SMS von öffentlichen Telekommunikationsstellen versandt.

"Telefonzelle" ohne Telefon am Pirnaischen Platz   Foto: MeiDresden.de/Mike Schiller


Eine Reihe neuer Angebote wurden entwickelt und auf den Markt gebracht. So zum Beispiel:
 
HotSpots
An deutschlandweit rund 2.000 Telestationen und Multimediastationen ist der kabellose Internet-Zugang über WLAN verfügbar. Dort hat die Telekom so genannte HotSpots eingerichtet, also öffentliche drahtlose Internetzugriffspunkte, an denen sich Passanten kabellos in das Internet einwählen können. In der Umgebung dieser HotSpots kann per Laptop oder Smartphone im Internet gesurft werden. Unter www.hotspot.de gibt es einen Standort-Finder für HotSpots. Zu erkennen sind die Standorte am Aufkleber mit dem magentafarbenen HotSpot-Logo.

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