Eine ADFC-Studie zeigt, dass es zu wenige Fahrradständer an Sachsens Bahnhöfen gibt. Nur 20% der Stationen verfügen über sichere Abstellanlagen. Der Dresdner Hauptbahnhof erhält die Note 5 und der Bahnhof Dresden-Neustadt die Note 4. an beiden Bahnhöfen wird man von einer Fahrradflut erschlagen.

Zwei von fünf Bahnhöfen in Sachsen verfügen über keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Bei weiteren 20% sind diese äußerst mangelhaft. Dies zeigt eine Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen, die in Dresden vorgestellt wurde. In der Untersuchung erfasste der ADFC die Qualität und Anzahl der Fahrradabstellanlagen aller 521 sächsischen Bahnhöfe und bewertete sie mit Schulnoten. Die Bilder aus Dresden sprechen Bände. An beiden großen Bahnhöfen wird man regelrecht von den vielen Rädern "erschlagen"

Während 60% der Bahnhöfe den Test nicht bestanden, erreichten immerhin 20% Note 1 oder 2. An diesen 101 Bahnhöfen kommt auf jeden zehnten einsteigenden Fahrgast mindestens eine überdachte und diebstahlsichere Abstellmöglichkeit.

Gerade Bahnhöfe gelten als Hotspots des Fahrraddiebstahls, weil die Zahl der abgestellten Räder dort meist hoch und die soziale Kontrolle oft gering scheint. Mit der zunehmenden Nutzung von E-Bikes und hochwertigen Rädern steigen auch die Ansprüche an sichere Fahrradabstellmöglichkeiten. Damit sich mehr Menschen trauen ihr Rad am Bahnhof abzustellen, müssen die Bahnhöfe mit modernen Abstellanlagen ausgestattet sein.

„Diebstahlsichere Abstellanlagen kosten wenig Geld und machen das Pendeln mit der Bahn attraktiver. Kommunen und Verkehrsverbünde sollten an den mangelhaften Bahnhöfen schnell nachbessern“ fordert Mücksch, Vorstandsmitglied im ADFC Sachsen.

Der ADFC empfiehlt, für jeden siebenten Einsteiger eine diebstahlsichere Abstellmöglichkeit bereitzustellen. Im Idealfall kommt an den größeren Stationen auf jeden 200. Fahrgast darüber hinaus ein Platz in einer Fahrradbox oder einer Sammelschließanlage. Solche Abstellmöglichkeiten senken die Hürde, mit dem Rad zum Bahnhof zu fahren weiter und erhöhen dadurch den Einzugsradius des Bahnhofs. Nur die Bahnhöfe in Delitzsch, Oschatz und Neukieritzsch erfüllen diese Kriterien. Der ADFC fordert darüber hinaus, die 25 wichtigsten Stationen im Freistaat bis 2030 mit Fahrradstationen auszustatten.

Fast eine Million Sachsen pendeln täglich zur Arbeit, vor allem im ländlichen Raum. 79% der Beschäftigten in sächsischen Städten mit weniger als 10.000 Einwohnern fahren jeden Tag in eine andere Stadt auf Arbeit.

 

Pendler stehen täglich vor der Wahl welches Verkehrsmittel sie nutzen. Für sehr viele ist die Kombination von Rad und Bahn die intelligenteste Lösung.

Janek Mücksch

Bahnhof Dresden Neustadt  (Foto: MeiDresden.de)Bahnhof Dresden Neustadt (Foto: MeiDresden.de)

Zwischen den sächsischen Landkreisen existieren teils erhebliche Unterschiede. Während im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Abstellanlagen im Mittel nur Note 5,1 erreichten, erhielten die Landkreise Leipzig und Bautzen durchschnittlich die Schulnote 3,6. Hier verfügen 42% der Bahnhöfe über eine gute Ausstattung. Die sächsischen Großstädte schnitten in der Studie nicht gut ab. In Leipzig verfügen 55% der Stationen über keine oder mangelhafte Abstellanlagen. In Dresden sind es 73% und in Chemnitz sogar 77%.

Kartenübersicht zu allen sächsischen Bahnhöfen: www.adfc-sachsen.de/bikeandride

.Zu wenig Fahrradständer an Sachsens Bahnhöfen  Bahnhof Dresden Neustadt   (Foto: MeiDresden.de).Zu wenig Fahrradständer an Sachsens Bahnhöfen Bahnhof Dresden Neustadt (Foto: MeiDresden.de)

Quelle: ADFC

Kulinarische Veranstaltungen und Infos

(Lust auf Dresden ist Partner von MeiDresden.de)