Dresden. Im Verkehrsmuseum Dresden öffnet am Freitag die neue Sonderausstellung "Zu den Sternen. Abenteuer Raumfahrt".

Schon unsere frühesten Vorfahren schauten in den Himmel und staunten wohl über das, was sie dort sahen und was sich dort tat. So geht es den meisten Menschen heute noch, auch wenn mittlerweile Astronauten auf dem Mond gewesen sind und regelmäßig Raketen zur ISS starten. Der Weltraum fasziniert, die bemannte Raumfahrt bleibt ein Menschheitstraum: Hundertausende Menschen verfolgen per Live-Stream die Landung eines Rovers auf dem Mars, die Suche der europäischen Weltraumagentur ESA nach neuen Astronautinnen und Astronauten geht durch alle Medien, rund zwei Millionen Menschen verfolgen die Social Media-Aktivitäten von „Astro-Alex“ Alexander Gerst.

Auch das Verkehrsmuseum hat sich vom „Raumfahrt-Fieber“ anstecken lassen und sich erstmals in seiner Geschichte der extraterrestrischen Mobilität zugewandt. In Kooperation mit der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) entstand so die Ausstellung „Zu den Sternen – Abenteuer Raumfahrt“, die bis zum 7. November 2021 zu sehen ist. Die Öffnungszeiten des Verkehrsmuseums sind bis auf Weiteres: Freitag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Dienstag bis Donnerstag bleibt das Museum geschlossen.

Abenteuer Raumfahrt    Foto: © BLEND3 Frank GrätzAbenteuer Raumfahrt Foto: © BLEND3 Frank Grätz

Im Zentrum stehen drei große Umbrüche: In der Antike galt den Menschen der Himmel als unveränderlich und ewig, beseelt und göttlich. Die irdische war von der himmlischen Sphäre streng getrennt. Eine Raumfahrt war in dieser Weltsicht undenkbar. Aber wie wurde den Menschen irgendwann bewusst, dass sie zu den Sternen fliegen zu können?


Im 20. Jahrhundert gelang dann der Aufbruch ins All. Die Astronauten der Apollo-Missionen erreichten den Mond und entdeckten dabei auch die Erde neu: Der Blick aus dem All zurück schaffte ein Bewusstsein für die Verletzlichkeit unseres Heimatplaneten inmitten eines lebensfeindlichen Kosmos.
Heute ist der Weltraum Forschungsraum, Geschäftsfeld und politisches Einflussgebiet. Der technologische Fortschritt lässt eine bemannte Mars-Missionen bis 2050 realistisch erscheinen. Aber der Blick geht längst über den roten Planeten hinaus. Doch womöglich macht der Weltraumschrott, der die Erde umkreist, Raumfahrt eines Tages unmöglich. Uns bleibt dann nur die Rückbesinnung auf unseren Heimatplaneten.

Darüber hinaus widmet sich ein Exkurs der Ausstellung unter dem Motto „ALL.täglich!“ der Frage, worin der praktische Nutzen der Raumfahrt besteht und wie Weltraumforschung das Leben auf der Erde verbessert.

Bei der Reise durch die Zeit richtet die Ausstellung ihren Fokus auf bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten, die die Geschichte der Raumfahrt geprägt haben. Dazu zählen Sigmund Jähn, der für die DDR als erster Deutscher ins All flog, und Katherine Johnsons, eine legendäre NASA-Mathematikerin, die als Schwarze Frau in der von Männern dominierten Raumfahrt-Branche und in einer rassistischen Gesellschaft wesentlich zum Erfolg verschiedener Missionen beitrug.

Zahlreiche Exponate wie ein riesiger Eisenmeteorit, der Satellit Sputnik 1, ein begehbares Cockpit der Mond-Landefähre von Neil Armstrong und Buzz Aldrin (jeweils Repliken) sowie Alltagsgegenstände von Astronauten wie „Space Food“ (Weltraum-Essen), Trockenshampoo und Fäkalienbeutel machen die Faszination Raumfahrt spür- und erlebbar.

Die Gäste der Ausstellung sind eingeladen, im Mond-Rover (Nachbau) der letzten bemannten Mondmission Apollo-17 virtuell über den Mond zu fahren, beim Anblick der fantastischen Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble in die Tiefen des Alls abzutauchen und physikalische Experimente zu unternehmen.

Begleitprogramm:
• 23. Juni: „Klingonisch für Anfänger“, Referentin: Prof. Claudia Lange (TU Dresden), ab 18 Uhr
• 20. September: Podiumsgespräch „Zukunft der Raumfahrt“ mit Prof. Martin Tajmar (TU Dresden) und Dr. Christiane Heinicke (ZARM Bremen), ab 18 Uhr
• 9. Oktober: „Nacht der Sterne“ mit Gelegenheiten zur Sternenbeobachtung in der Dresdner Innenstadt und verlängerter Museumsöffnung, 18 bis 21 Uhr
• 21. Oktober: „Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte“, Referent: Prof. Harald Meller (Landesamt für Archäologie von Sachsen- Anhalt), ab 18 Uhr

 Den Trailer zur Ausstellung ist auf dem YouTube-Kanal des Verkehrsmuseums zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=vfeo2G1nVWs&t=1s

Die Öffnungszeiten des Verkehrsmuseums sind bis auf Weiteres: Freitag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Dienstag bis Donnerstag bleibt das Museum geschlossen.

Ticketinfo und Hygieneregeln: https://www.verkehrsmuseum-dresden.de/de/ihr-besuch/hygieneregeln