Dohna. Am Freitag wurde die diesjährige Apfelernte auf dem Gut Gamig in Dohna gestartet. Es wird eine höhere Erntemenge als im Vorjahr erwartet.

Dohna. Am Freitag wurde die diesjährige Apfelernte auf dem Gut Gamig in Dohna gestartet. Es wird eine höhere Erntemenge als im Vorjahr erwartet, so der Landesverband „Sächsisches Obst“ e.V. Der Anteil Sachsens mit 64.000 t Äpfel zur Erntemenge in Deutschland ist leicht gestiegen und liegt im Vergleich zur deutschen Apfel-Jahresproduktion bei knapp 6 %. Mit etwas mehr als 64.000 t wird die sächsische Apfelernte 1/3 höher als im ertragsschwachen Jahr 2020, aber immer noch unter einer Normalernte erwartet. Durch Frost im Februar sowie zu Ostern gibt‘s in jeder Region in einzelnen Lagen Ertragsdepressionen. Hinzu kamen teilweise ungünstige Blühverhältnisse, (kühl mit wenig Bienenflug) und Alternanz. Durch die feuchte Witterung erwarten wir gute Fruchtgrößen. Die Färbung ist auf Grund kühler Nächte gut. Preise bleiben auf gutem Preisniveau 2020, mit leichtem Druck auf Grund guter deutscher und europäischer Ernte.

Frisches Obst gibt es in den Hofläden und Märkten der Region. Eine Liste finden Sie hier.  Bei einigen kann man sich die Äpfel auch selber pflücken: Eine Liste finden sie hier.

Diesjährige Apfelernte gestartet - Foto: Flo Heibe/PixabayDiesjährige Apfelernte gestartet - Foto: Flo Heibe/Pixabay

Der Apfel, ist das Lieblingsobst der Deutschen. Unser knackiger Liebling, bringt alles mit was das Herz begehrt viele Vitamine und Spurenelemente, lange Haltbarkeit und er bietet natürlich auch viele Möglichkeiten ihn zu genießen, ob einfach so als Snack, als Kuchen, Saft und und und. Er findet zu jeder Tages- und Jahreszeit seinen Platz auf dem Speiseplan.

Die Wertschöpfung der von den Landwirt*innen erzeugten Produkten rückt immer weiter in den Hintergrund und die Produkte werden zu Spott Preisen im Lebensmitteleinzelhandel verschleudert. Bei den Verbrauchern steht eins an erster Stelle, der Preis und dieser sollte so gering wie möglich sein. Ich möchte als amtierende sächsische Blütenkönigin immer wieder darauf aufmerksam machen, wie viel Liebe und Leidenschaft in jedem einzelnen landwirtschaftlich erzeugten Produkt steckt. In einem Hektar Apfelplantage stecken pro Jahr zirka 500 Arbeitskraftstunden Handarbeit davon belaufen sich 300h auf die Ernte, 100h für die Ausdünnung und 100h für das Schneiden.

Diesjährige Apfelernte gestartet   Foto: bernswaelz/pixabayDiesjährige Apfelernte gestartet Foto: bernswaelz/pixabay

Dies ist jedoch nur die Handarbeit auf dem Feld, bei dieser Berechnung ist jedoch noch kein Baum gepflanzt, kein Gerüst gebaut, kein Hagelnetz montiert, keine Pflanzenschutzmaßnahme gefahren, keine Düngung geschehen und auch noch kein Apfel nach Größe oder Farbe sortiert. Diese Arbeit sollte in meinen Augen auch honoriert werden. Lebensmittel verdienen nicht den niedrigsten Preis, sondern den fairsten Preis, dies gilt für den Verbraucher und den Erzeuger.

Die Obstbauer*innen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt tragen jedoch nicht nur dazu bei das wir immer ausreichend frisches Obst zu Verfügung haben, nein ihre Obstplantagen bieten zudem auch noch vielen Tieren ein zu hause. Sie ist zum Beispiel ein Habitat für große Säugetiere wie Rehe oder Füchse, bietet Schutz und auch Nahrung. Nicht nur für Säugetiere bieten unsere Obstplanten einen Lebensraum, sondern auch für Vögel und Insekten. Durch das Aufhängen von Nisthilfen oder das Aufstellen von Insektenhotels finden viele Tierarten in unseren Plantagen einen Ort zum Wohnen.

Diesjährige Apfelernte gestartet   Foto: axi schnaxi/ PixabayDiesjährige Apfelernte gestartet Foto: axi schnaxi/ Pixabay

Blühstreifen und Grünstreifen zwischen den Baumreihen oder an den Rändern bieten Insekten Nahrung. Eine wichtige Aufgabe einer optimalen Bestandsführung ist das Fördern der Nützlinge. Marienkäfer zum Beispiel ernähren sich von Blattläusen und bekämpfen so den Schädling, Wanzen ernähren sich von Spinnmilben und Bienen und Hummeln bestäuben unsere Obstbäume. Für uns produzieren Apfelbäume und andere Obstbäume nicht nur frisches, leckeres Obst, sondern auch Sauerstoff. Durch Lichtenergie werden Lichtquanten angeregt und so Kohlenstoffdioxid gebunden und Kohlenhydrate und Sauerstoff produziert.

Unsere Regional erzeugte Produkte, welche direkt beim Erzeuger oder auch im Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden, versprechen Qualität, Frische und Klimaneutralität. Regional und saisonal kaufen ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Region. Unsere regionalen Äpfel schmecken nicht nur besser und sind im Gegensatz zu importieren Früchten voll ausgereift, sie verhelfen auch zu einem tollen ökologischen Fußabdruck.

Diesjährige Apfelernte gestartet  Foto: Dvinchanin/PixabayDiesjährige Apfelernte gestartet Foto: Dvinchanin/Pixabay

Durch kurze Transportwege haben unsere heimischen Äpfel eine super CO2- Bilanz. Auch für die Region lohnt sich die Unterstützung der heimischen Obstbauern, Obstbetriebe schaffen Arbeitsplätze, schaffen ein abwechslungsreiches Landschaftsbild, Lebensraum und regionale Wertschöpfung. Die Fahrt zu ihrem Erzeuger lohnt sich, egal ob zur Selbstpflücke oder zum Kauf von bereits geernteten Früchten.

Quelle: Landesverband „Sächsisches Obst“ e.V.