Sachsen. Bei trocken-warmer Wetterlage schwärmen Borkenkäfer – auch Waldbrandgefahr steigt.

Nach einem waldfreundlichen Mai mit viel Regen und kühlen Temperaturen belastet der Wetterumschwung die sächsischen Wälder zunehmend. Sachsenforst informiert zur aktuellen Situation in den sächsischen Wäldern.

Hohe Aktivität bei Borkenkäfern – Weichenstellung muss jetzt erfolgen

Die warme Witterung hat die Aktivität der Borkenkäfer deutlich beschleunigt. Neben den Käfern, die bislang – besonders in den höheren Lagen der Mittelgebirge – aufgrund der kühlen Witterung noch inaktiv waren, schwärmen jetzt auch Käfer erneut, die bereits Anfang Mai Eier abgelegt haben. Beim Schwärmflug suchen die kleinen Insekten nach Wirtsbäumen, um sich unter deren Rinde zu vermehren – bei starkem Befall sterben die Bäume ab.

Frischer Befall durch Borkenkäfer ist mitunter nicht leicht zu erkennen Die kleinen Einbohrlöcher und das braune Bohrmehl sind hier aber eindeutig © Sachsenforst/Franz MatschullaFrischer Befall durch Borkenkäfer ist mitunter nicht leicht zu erkennen Die kleinen Einbohrlöcher und das braune Bohrmehl sind hier aber eindeutig © Sachsenforst/Franz Matschulla

Die Fallenfänge des Borkenkäfermonitorings belegen diese Entwicklung: An 75 der 83 sächsischen Fallenstandorte wurden in der vergangenen Woche die bislang höchsten Fangzahlen dieses Jahres registriert. An drei von vier Monitoringstandorten wurde außerdem die kritische Schwelle von 3.000 Käfern pro Falle und Woche überschritten. In diesen Regionen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Bäume massiv von Borkenkäfern befallen werden. Vor allem in den letztjährigen Hauptschadgebieten – mittelsächsischer Raum und Oberlausitzer Bergland – beobachten die Försterinnen und Förster derzeit teils sehr auffällige, neu entstandene Befallsherde.

Frisches braunes Bohrmehl in Rindenritzen und am Fuß der Bäume oder auf Bälttern im Stammbereich sind der wichtigste Hinweis auf frischen Borkenkäfer-Befall © Sachsenforst/Rene KlabesFrisches braunes Bohrmehl in Rindenritzen und am Fuß der Bäume oder auf Bälttern im Stammbereich sind der wichtigste Hinweis auf frischen Borkenkäfer-Befall © Sachsenforst/Rene Klabes

Trotz eines späten Schwärmfluges in diesem Jahr können aufgrund der großen Anzahl der Käfer in den Wäldern im weiteren Jahresverlauf erneut umfangreiche Schäden entstehen. Die aktuelle Situation wird bei einer Fortsetzung des warm-trockenen Wetters weiter verschärft. In den nächsten Wochen ist bereits mit dem Ausflug der ersten Jungkäfer zu rechnen, deren Eier Anfang Mai von überwinternden Käfern abgelegt worden sind. Die Jungkäfer legen dann ihrerseits eine neue Käfer-Generation an.

Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer müssen ihre Bäume jetzt intensiv auf frischen Befall durch Borkenkäfer kontrollieren. Der wichtigste Hinweis darauf ist frisches braunes Bohrmehl in Rindenritzen und am Fuß der Bäume. Wer einen frisch befallenen Baum entdeckt, sollte diesen umgehend fällen und entrinden oder aus dem Wald transportieren bzw. zumindest für eine spätere Sanierung durch Dritte markieren. Damit werden jetzt die Weichen für die weitere Entwicklung in diesem Jahr gestellt.

Hohe Waldbrandgefahr – Vorsicht bei Waldbesuchen

Hitze, Trockenheit und Winde erhöhen auch die Waldbrandgefahr. Bereits am Donnerstag und Freitag wird in den nördlichen Gebieten von Sachsen die höchste Waldbrandstufe 5 (sehr hohe Gefahr) erwartet. Mit Ausnahme höher gelegener Bereiche im Erzgebirge und Vogtland wird in den übrigen Gebieten von Sachsen eine hohe Waldbrandgefahr (Stufe 4) prognostiziert. Bislang wurden in diesem Jahr aufgrund der meist feuchten Witterung erst sieben Waldbrände mit einer Gesamtfläche von 1,6 Hektar gemeldet. Zum Vergleich: 2020 waren es zur gleichen Zeit bereits 56 Waldbrände mit insgesamt 2,8 Hektar (im gesamten Jahr 2020: 110 Waldbrände mit insgesamt 32,5 Hektar).

Insbesondere auf trockenen Böden wie hier in Nordsachsen steigt die Waldbrandgefahr bei hohen Temperaturen stark an © Sachsenforst/Jörg FleischerInsbesondere auf trockenen Böden wie hier in Nordsachsen steigt die Waldbrandgefahr bei hohen Temperaturen stark an © Sachsenforst/Jörg Fleischer

Die meisten Waldbrände werden durch fahrlässiges Verhalten verursacht. Umso wichtiger ist der Waldbrandschutz durch alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher. In Sachsen ist der Umgang mit offenem Feuer im Wald und in dessen Nähe (bis in 100 Meter Entfernung) grundsätzlich ganzjährig verboten. Darunter fallen unter anderem das Rauchen und Grillen sowie das Zünden von Lagerfeuern.  Alle Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr und dem richtigen Verhalten können in der mobilen App »Waldbrandgefahr Sachsen« von Sachsenforst schnell und unkompliziert erhalten werden.

 

Quelle: Staatsbetrieb Sachsenforst