2024 wagt das DB Museum buchstäblich einen Blick über den Toilettenrand: Das Nürnberger Haus eröffnet am 26. April 2024 seine neue Sonderausstellung „Unter Druck. Die Geschichte der Zugtoilette“. In acht Themenbereichen mit rund 150 Exponaten, Dokumenten und Fotografien wird die Entwicklung der Zugtoilette von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute nacherzählt. Gezeigt werden unter anderem der Nachttopf aus Reichskanzler Otto von Bismarcks Salonwagen, ein Modell eines Fäkalien-Transportwagens, Toiletten in Original- und Miniaturgröße, ein zukunftsweisender Bioreaktor und viele Geschichten zum Schmunzeln.
Ausstellung „Unter Druck“ zeigt die Geschichte der Zugtoilette ©DB Museum
Museumsdirektor Dr. Oliver Götze: „Zugtoiletten kennt jede und jeder, und wahrscheinlich hätten fast alle Museumsgäste heikle Geschichten zu diesem Thema zu berichten. Neben diesen persönlichen Anknüpfungspunkten bieten wir mit „Unter Druck“ eine unterhaltsame Reise durch die Toilettengeschichte und beleuchten darüber hinaus sozialgeschichtliche Aspekte wie Standesdünkel, den Berufsstand der „Dienstfrau“, Republikflucht oder Schmuggel.“
Ausstellung „Unter Druck“ zeigt die Geschichte der Zugtoilette ©DB Museum
Nicht von gestern: Einrichtung und Gestaltung der Zugtoilette
Nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch die Einrichtung und Gestaltung der Zugtoilette wandelten sich stetig. Um 1900 orientierte sich die Toilettengestaltung noch an der häuslichen Toilette und unterschied sich je nach Wagenklasse, Zuggattung und Geschlecht. Geschlechtergetrennte Toiletten gehörten erst wesentlich später der Vergangenheit an. Im Laufe der Zeit veränderten sich auch Form, Funktion und Materialen der Zugtoilette. Ab der Nachkriegszeit wurden Holz und Keramik zunehmend durch Kunststoffe – später auch durch Edelstahl – ersetzt. Die Zugtoilette wurde pflegeleichter und hygienischer. Auch die Barrierefreiheit der Toiletten hielt ab Mitte der 1980er Jahre bei den Eisenbahnen in Deutschland Einzug. Es entstanden größere, rollstuhlgerechte Toilettenkabinen sowohl bei der Deutschen Bundesbahn als auch bei der Reichsbahn in der DDR.
Ausstellung „Unter Druck“ zeigt die Geschichte der Zugtoilette ©DB Museum
Von Schamgefühl, Schmuggel und Schmunzlern
Neben der technischen und gestalterischen Entwicklung der Zugtoilette zeigt „Unter Druck“ eine Vielzahl ungewöhnlicher Begebenheiten rund um das stille Örtchen im Zug sowie spannende gesellschaftliche Aspekte. Auf Schamgefühl, Standesdünkel und Schmuggel trifft der Ausstellungsbesuchende dabei genauso wie auf geheimdienstliche Tätigkeiten und Republikflucht. Hinzu kommen unterhaltsame Geschichten aus den sozialen Medien und kuriose „Fundstücke“ aus der Zugtoilette. Interaktive Exponate erläutern die Funktionsweise der Fallrohrtoilette, enthüllen die besten Geheimverstecke in der Toilettenkabine oder machen mit Hilfe von Sound-Installationen die Ausstellung zu einem Erlebnis für (fast) alle Sinne.
Ausstellung „Unter Druck“ zeigt die Geschichte der Zugtoilette ©DB Museum
Umfangreiches Rahmenprogramm und Mitmachheft für Familien
Für Familien und Kinder ab sechs Jahren bietet das DB Museum ein kostenloses Mitmachheft zum spielerischen Erkunden der Ausstellung an. Daneben ermöglicht ein umfangreiches Begleitprogramm einen Einblick in den Facettenreichtum des Ausstellungsthemas. Während des Sommerferienprogramms können Kinder mit Toilettenpapier basteln (6. und 7.8.), zudem sind Workshops zur Seifenherstellung geplant. Zum Welttoilettentag wird in Kooperation mit regionalen und überregionalen Partnern ein buntes Programm rund um die Toilette geboten (23.11.). Der Nürnberger Quiz-Master Big Kev lädt zum Toiletten-Quiz (23.7.) und Führungen des Ausstellungsteams beleuchten spannende Einzelaspekte und geben Einblicke in den Entwicklungsprozess der Ausstellung (28.4., 12.5. und 10.11.).
Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter: https://dbmuseum.de/unterdruck
Quelle: Deutsche Bahn AG
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