Immer mehr Verbraucher*innen entdecken unberechtigte Lastschriften der Firma Megatipp Emergency Call Services TR auf ihrem Konto. Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt Tipps, wie Betroffene schnell handeln, Rückbuchungen veranlassen und ihr Geld sichern können. Plötzlich verschwinden 89,90 Euro vom Konto – ohne dass die Betroffenen wissen, warum. In den vergangenen Wochen häufen sich die Beschwerden über unberechtigte Abbuchungen der Firma Megatipp Emergency Call Services TR. Viele Verbraucher*innen entdeckten beim Blick auf ihr Konto Abbuchungen unter Angabe einer fiktiven Kundennummer. Im Verwendungszweck tauchte häufig die Website vorsorge-karte.com auf.
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„Die Betroffenen kennen weder den Anbieter noch die angegebene Website. Nach ihren Angaben haben sie keinen Vertrag abgeschlossen“, berichtet Jasmin Trautloft, Beratungsstellenleiterin in Plauen.
Bankverbindung führt ins Ausland
Das Unternehmen ist in der Türkei registriert. Auf der Website wird zwar eine deutsche Zweigstelle angegeben, die Bankverbindung führt jedoch ins Ausland. Wie die Firma an die Kontodaten der Verbraucher*innen gelangen konnte, ist unklar.
Betroffen sind Kund*innen unterschiedlicher Institute. „Eine regionale Bank kam sogar aktiv auf uns zu, um auf die vielen Fälle und mögliche Lösungen aufmerksam zu machen“, sagt Jasmin Trautloft. Auch in anderen Bundesländern sind ähnliche Vorfälle bekannt.
So sollten Betroffene jetzt handeln:
- Rückbuchung veranlassen: Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und lassen Sie die Abbuchung zurückbuchen. Ohne gültige Einzugsermächtigung darf kein Unternehmen Geld abbuchen.
- Schriftlich widersprechen: Treten Sie mit dem Anbieter in Kontakt und widersprechen Sie der Abbuchung. Fordern Sie Nachweise für einen angeblichen Vertragsabschluss an.
- Vorsorglich kündigen oder widerrufen: Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, können Sie den vermeintlichen Vertrag vorsorglich widerrufen, kündigen und anfechten.
- Kontoschutz überprüfen: Prüfen Sie, ob Ihre Kontodaten ausreichend vor unbefugtem Zugriff oder Hackerangriffen geschützt sind.
- Datenschutzbehörde informieren: Melden Sie den Vorfall der Sächsischen Datenschutz- und Transparenzbeauftragten.
- Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig, um verdächtige Buchungen frühzeitig zu erkennen.
Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.