Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und mit dem Frühling beginnt auch wieder die Zeckensaison. Wer draußen in der Natur unterwegs ist, sollte sich vorsehen: Zecken sind nicht nur lästig, sondern können ernsthafte Krankheiten übertragen.
Johanniter geben Tipps zum richtigen Verhalten bei Zeckenstichen Foto: Erik Karits (Pixabay)
„Zecken besitzen einen Stech- und Saugapparat, medizinisch korrekt spricht man deshalb von einem Zeckenstich und nicht von einem Biss“, erklärt Udo Hornhauer, Bereichsleiter Erste-Hilfe-Bildung der Johanniter im Regionalverband Dresden. „Nach Aufenthalten im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht werden, besonders an warmen, gut durchbluteten Stellen wie Kniekehlen, Achseln, Hals, Leistengegend oder am Haaransatz.“
Zecken können unter anderem zwei relevante Erkrankungen übertragen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie Borreliose. FSME ist eine durch Viren verursachte Erkrankung, die Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten auslösen kann. Typische Symptome sind Fieber, starke Kopfschmerzen, Übelkeit und in schweren Fällen neurologische Ausfälle. Borreliose hingegen ist eine bakterielle Infektion, die unbehandelt Nerven, Gelenke oder das Herz schädigen kann. Ein mögliches Warnsignal ist die sogenannte Wanderröte – eine sich ringförmig ausbreitende Hautrötung rund um die Einstichstelle.
Zeckenbiss Zeckenkarte . Foto: Jan Domme
„Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist insbesondere das Risiko einer Borreliose-Übertragung“, erklärt Hornhauer. Die Johanniter empfehlen daher, Zecken möglichst sofort zu entfernen. Hierfür eignen sich Zeckenkarte, Pinzette oder Zeckenzange. Wichtig ist, die Zecke hautnah zu greifen und langsam sowie gerade herauszuziehen. Dabei sollte sie weder gequetscht noch gedreht oder ruckartig herausgerissen werden. Auf Hausmittel wie Öl, Klebstoff, Alkohol oder Nagellack sollte unbedingt verzichtet werden. Anschließend sollte die Einstichstelle desinfiziert und über mehrere Wochen beobachtet werden.
Tritt in den Tagen oder Wochen nach dem Stich eine sich ausbreitende Rötung, Fieber, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.Anders als bei Borreliose hilft bei FSME ein schnelles Entfernen der Zecke kaum, da das Virus häufig bereits unmittelbar beim Stich übertragen wird. Der wirksamste Schutz ist daher eine Impfung. „Gerade für Menschen, die viel draußen unterwegs sind, kann eine FSME-Impfung sinnvoll sein, insbesondere in Risikogebieten“, so Hornhauer.
Outdoor Erste Hilfe. Foto: Tobias Ritz
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gehören inzwischen mehrere Regionen in Sachsen zu den FSME-Risikogebieten. Zudem tragen deutschlandweit viele Zecken Borrelien in sich. Damit im Ernstfall schnell gehandelt werden kann, empfehlen die Johanniter, während der Zeckensaison stets eine Zeckenkarte mitzuführen. Kostenlose Zeckenkarten gibt es ab sofort in der Geschäftsstelle der Johanniter in Dresden (Stephensonstraße 12–14), nur solange der Vorrat reicht.
Quelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.