Es wird unaufhaltsam Frühling, die Vögel zwitschern es von den Dächern. Zu Amsel, Star, Girlitz und Hausrotschwanz gesellen sich bald auch wieder die Schwalben. Leider haben deren Bestände deutlich abgenommen, was neben Nahrungsmangel vor allem an fehlenden Nistmöglichkeiten liegt. Der NABU bittet deshalb Haus- und Stallbesitzer*innen, Schwalben mit Lehmpfützen, Nistbrettchen oder Kunstnestern zu helfen. Aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara kommen die ersten Rauchschwalben gerade in Deutschland an, die Mehlschwalben folgen im Abstand von etwa zwei Wochen. Bis auch die Nachzügler eintreffen, wird es Anfang Mai werden. Für Hilfsmaßnahmen ist es also nicht zu spät. Wer sein Engagement sichtbar machen möchte, kann sich beim NABU um die wetterfeste Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben.

Schwalben beim Nestbau Foto: Christoph MoningSchwalben beim Nestbau Foto: Christoph Moning

„Rauch- und Mehlschwalben waren jahrhundertelang ganz selbstverständliche Mitbewohner in unseren Dörfern und Städten. Heute sind sie leider gefährdet“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „Während sich die Rauchschwalbe zuletzt etwas stabilisiert hat, ging die Zahl der Mehlschwalben innerhalb von 40 Jahren um fast die Hälfte zurück.“

Rauchschwalben Foto: Bernhard SchieweRauchschwalben Foto: Bernhard Schiewe

Rauchschwalben nisten in Ställen, Scheunen und Garagen, wo sie über offene Fenster, Türen oder Einflugöffnungen durchgehend Zugang benötigen. Mehlschwalben bevorzugen dagegen Außenwände. Die ursprünglichen Felsenbrüter bauen als Kulturfolger ihre geschlossenen Lehmnester unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen. Manchmal zum Ärger der Hausbewohner*innen, denn es fällt auch Kot von den Jungvögeln an. Mit einem einfachen, unterhalb der Nester angebrachtem Brett lässt sich dieser aber auffangen. „Wer mit einer Lehmpfütze Baumaterial zur Verfügung stellen will, sollte darauf achten, dass die Lehmpfütze nicht mehr als 300 Meter vom Niststandort entfernt ist. Und ganz wichtig: Katzen dürfen keine Deckung finden“, ergänzt Rümmler.

Schwalbennester Foto: NABU Winfried RuschSchwalbennester Foto: NABU Winfried Rusch

Bei der NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ wurden seit 2017 schon 14.000 Plaketten vergeben. Weitere Informationen zum Schwalbenschutz samt Bauanleitungen und Bezugsquellen sowie ein Onlineformular für die Plakette gibt es unter www.NABU.de/Schwalbenhaus

Quele: .NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V