Die Initiative Verkehrswende Dresden begrüßt den Vorschlag des Stadtbezirkbeirates, die Alaunstraße temporär vom Autoverkehr zu befreien. Gleichzeitig wird klar, dass diese Maßnahme zu kurz greift: Autos sind nicht nur zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Straßenabschnitten eine Gefahr und Belästigung, sie beanspruchen dauerhaft wertvollen öffentlichen Raum. Wir fordern daher: die Alaunstraße muss zur Fahrradstraße werden.
Initiative Verkehrswende Dresden begrüßt den Vorschlag des Stadtbezirkbeirates, die Alaunstraße temporär vom Autoverkehr zu befreien. Foto: MeiDresden.de
Der Vorschlag des Stadtbezirkbeirats Neustadt, während der abendlichen Stoßzeiten den Durchgangsverkehr zu reduzieren, ist ein Schritt in die richtige Richtung und spiegelt den Willen vieler Neustädterinnen und Neustädter wider. Das hat zuletzt auch die Bürgerbeteiligung zur Louisenstraße gezeigt, bei der sich die überwiegende Mehrheit für eine autofreie Louisenstraße eingesetzt hat. Gleichzeitig ist die vorgelegte Beschränkung zeitlich und örtlich begrenzt und verkennt, dass verkehrsbedingte Gefährdungen, Lärm und Schadstoffbelastung ein ganztägiges Problem auf der gesamten Alaunstraße sind. Insbesondere in einer so schmalen Straße, wie der Alaunstraße, würde eine dauerhafte Verkehrsberuhigung die Sicherheit und Lebensqualität für alle erhöhen.
„Wir freuen uns, dass der Stadtbezirksbeirat das Problem anerkennt, aber eine halbe Maßnahme reicht nicht", sagt Noah Wolu, Pressesprecher der Initiative Verkehrswende Dresden. „Autos sind keine Tageszeitfrage. Wer echte Sicherheit, wer wirkliche Lebensqualität will, muss den Straßenraum auf der gesamten Alaunstraße dauerhaft neu verteilen."
Pragmatische Umsetzung statt aufwendiger Technik
Eine anhaltende Autobefreiung der Alaunstraße ist nicht nur inhaltlich geboten, sondern auch praktisch einfach umzusetzen. Statt auf einen zeitlich gesteuerten Poller mit hohem technischem, finanziellem und wartungsbedingtem Aufwand zu setzen, reicht eine klare und dauerhafte Beschilderung aus.„Ein einfaches Fahrradstraße-mit-Lieferverkehr-frei-Schild ist schneller umsetzbar, deutlich kostengünstiger und verursacht kaum Folgekosten", erklärt Wolu „Warum Monate planen, ausschreiben und warten, wenn man mit einer klaren Regelung sofort Wirkung erzielen kann? Gerade in Zeiten knapper kommunaler Mittel ist das die vernünftigere Lösung." Eine solche Maßnahme ermögliche zudem eine kurzfristige Umsetzung und könne bei Bedarf jederzeit angepasst oder durch weitere bauliche Elemente ergänzt werden. Damit steht einer sofortigen Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner nichts im Weg.
Initiative Verkehrswende Dresden begrüßt den Vorschlag des Stadtbezirkbeirates, die Alaunstraße temporär vom Autoverkehr zu befreien. Foto: MeiDresden.de
Was eine dauerhafte Autobefreiung bringt
Weniger Autos auf der Alaunstraße schafft unmittelbaren Raumgewinn für Fuß- und Radverkehr sowie Aufenthaltsqualität: breitere Bürgersteige, sichere Radwege und Begegnungszonen. Freigewordene Parkplätze sind keine bloßen Ersatzflächen für Autos, sie sind Flächen für Menschen: Begrünung, Sitzgelegenheiten für Jung und Alt, Außengastronomie, öffentliche Infrastruktur wie Toiletten, Trinkbrunnen und Maßnahmen zur Hitzeregulation (z. B. Sprenkelduschen) können dort entstehen.„Stellen Sie sich eine Straße vor, die zum Verweilen einlädt: Bäume statt Blech, Spiel- und Sitzflächen statt stehender Autos. Auf jedem Parkplatz könnte eine Tischtennisplatte stehen, das ist mehr als Symbolik, das ist Alltag", so Wolu.
Technik und Umsetzbarkeit
Wir sehen keine unüberwindbaren technischen oder rechtlichen Hindernisse für eine dauerhafte Sperrung der Alaunstraße für den motorisierten Individualverkehr. Voraussetzung ist ein koordiniertes Umsetzungs- und Begleitprogramm: Anwohnerinformation, Lade- und Lieferkonzepte für Gewerbe, barrierefreie Zugänge und ausreichende Stellflächen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Langfristig kann eine Umwidmung des Parkraums in Quartiersgaragen, Fahrradstellplätze und Grünflächen erfolgen, hier kann sich Dresden an den erfolgreichen Beispielen aus anderen Städten wie Paris oder Amsterdam orientieren.
Initiative Verkehrswende Dresden begrüßt den Vorschlag des Stadtbezirkbeirates, die Alaunstraße temporär vom Autoverkehr zu befreien. Foto: MeiDresden.de
Appell und Forderung
Als Verkehrswende Dresden appellieren wir an die Stadt: Setzen Sie nicht nur auf temporäre Maßnahmen, beschließen Sie jetzt den dauerhaften Ausbau einer autofreien Zone Alaunstraße. Begleiten Sie die Umgestaltung mit einer umfassenden Beteiligung der Anwohnenden, klaren Liefer- und Notfallregelungen sowie einem attraktiven Konzept für den neuen öffentlichen Raum.„Wir stehen an der Seite der Anwohnerinnen und Anwohner, die sich seit Jahren eine Entlastung wünschen. Eine dauerhafte Lösung ist möglich, und sie ist dringend", fordert Noah Wolu abschließend.
Quelle: Verkehrswende Dresden