Sachsen. Naturparadies Grabschütz, der ehemalige Braunkoheltagebau Delitzsch-Südwest hat sich zu einem wilden Naturparadies entwickelt.

Der ehemalige Braunkoheltagebau Delitzsch-Südwest hat sich zu einem wilden Naturparadies entwickelt. Im Restloch Grabschütz konnte sich auf 446 Hektar seit 1993 eine einzigartige Naturlandschaft ausbilden. Die Besonderheit dieses Gebietes stellt eine im Inneren des Grabschützer Sees befindliche Schüttrippenlandschaft dar. Hier grenzen vielgestaltige Kleingewässer, Inselstrukturen und Steiluferpartien unmittelbar aneinander.Umgeben wird der Grabschützer See von großen, savannenartigen artenreichen Offenlandbereichen. Deren Beweidung erfolgt mit zottigen Schottischen Hochlandrindern und halbwilden Konikpferden. Grabschütz ist heute Bestandteil des Naturschutzgebietes »Werbeliner See«.

Blick auf die im Inneren des Grabschützer Sees befindliche Schüttrippenlandschaft ©LaNuBlick auf die im Inneren des Grabschützer Sees befindliche Schüttrippenlandschaft ©LaNu

Mit dem Ankauf der Fläche durch die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) im Jahr 2002, konnte das Naturschutzgebiet im Sinne des Naturschutzes entwickelt werden. Die erfolgreiche Renaturierung des Grabschützer Sees zeigt beispielhaft, dass Eingriffe des Bergbaus nicht nur Zerstörung der Natur bedeuten müssen. Vielmehr bieten diese neuen Landschaften ganz besondere Entwicklungschancen für den Naturschutz und auch für einen sanften Tourismus. Auf einem abwechslungsreichen Rundweg von sieben Kilometern Länge werden dem Besucher besondere Einblicke in diese faszinierende Naturlandschaft gewährt. Eine besondere Attraktion ist der Naturlehrpfad. An achtzehn Stationen können Landschaftsgeschichte, Geologie, Fauna und Flora wie auch die Ökologie der Bergbaufolgelandschaft eindrucksvoll erlebt werden.

Mit ein bisschen Glück und natürlich nur, wenn man sich leise und ruhig verhält, sieht man Seeadler, Roter oder Schwarzer Milan ihre Kreise am Himmel ziehen. Während der Brutzeit sind hier Blaukehlchen, Heidelerche und die Große Rohrdommel anzutreffen. Und an den Gewässern kann man zur Paarungszeit auf das Trillern der Wechselkröte hören oder viele Libellenarten wie die Keilflecklibelle beobachten. Wer ganz kleinen Tiere mag, wird am Wegesrand dem Treiben der vielen Insekten und wunderschönen, bunten Schmetterlingen folgen. Typische Offenlandbewohner sind auch die vielen Heuschrecken im Gebiet, deren Konzert man noch mit etwas Glück bis Mitte September beiwohnen kann.

Wie komme ich nach Grabschütz?
Nutzen Sie möglichst öffentliche Verkehrsmittel. Die Buslinie 190 fährt von Delitzsch nach Zwochau. Oder steuern Sie den Parkplatz Hallesche Straße in 04509 Zwochau über die S2 an. Hier beginnt der Naturlehrpfad.

Quelle: Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt