Von Softdrinks über Ananas und Gemüse bis hin zu Fisch und Linseneintopf – fast alle Dosenlebensmittel im Test sind laut ÖKO-TEST mit Bisphenolen belastet. Immerhin: Erstmals finden die Verbraucherschützer Testprodukte ohne die hormonwirksame Chemikalie Bisphenol A. ÖKO-TEST hat 52 Dosenkonserven auf ihre Belastung mit den Industriechemikalien Bisphenol A (BPA), Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF) getestet. Bei 42 Produkten fällt die Bisphenol-Belastung „hoch“ oder „sehr hoch“ aus.
Bisphenole in Dosenkonserven: Maggi Ravioli sind am stärksten belastet . Foto: Alexander Fox PlaNet Fox auf Pixabay
In den Maggi Ravioli in Tomatensauce und in fünf weiteren Dosenlebensmitteln hat das von ÖKO-TEST beauftragte Labor BPA-Gehalte gemessen, die mehr als 100-fach über der laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) noch unbedenklichen BPA-Tagesdosis (TDI) liegen. ÖKO-TEST ordnet sie deshalb in der höchsten Kategorie als „sehr hoch“ belastet ein. Die Maggi-Ravioli sind das Testprodukt mit dem höchsten nachgewiesenen BPA-Gehalt – er liegt für eine Portion von 400 Gramm 833-mal so hoch wie der Wert, den die EFSA bei einer täglichen Aufnahme für noch akzeptabel hält.
Gleichzeitig findet ÖKO-TEST erstmals Lebensmittel in Weichblechdose ohne BPA. Laut den Verbraucherschützern kann das mit einer neuen Verordnung zusammenhängen, die den bewussten Einsatz von BPA und einigen anderen gefährlichen Bisphenolen in Materialien verbietet, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen – somit auch in Konservendosen, die als eine der wichtigsten Eintragsquellen von Bisphenolen in unsere Nahrung gelten. Noch gelten allerdings Übergangsfristen, so dass noch immer mit Bisphenolen beschichtete Dosen im Handel erhältlich sind.
Von Softdrinks über Ananas und Gemüse bis hin zu Fisch und Linseneintopf – fast alle Dosenlebensmittel im Test sind laut ÖKO-TEST mit Bisphenolen belastet. Foto: Magnific (AI edited)
BPA besitzt eine hormonelle Wirkung für Mensch und Umwelt und ist als reproduktionstoxisch eingestuft, die Industriechemikalie wird auch in Zusammenhang mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko, Übergewicht und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern diskutiert. Wie streng BPA zu bewerten ist, ist in Fachkreisen umstritten. Im Vergleich zur EFSA veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen eigenen, um den Faktor 1.000 weniger strengen TDI für BPA. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes orientiert sich ÖKO-TEST bei seiner Bewertung am TDI der EFSA.
Für andere Bisphenole wie BPS oder BPF existiert noch kein TDI, denn die Forschung zu diesen beiden ebenfalls in Beschichtungen eingesetzten Alternativen startete später. BPS ist in der EU jedoch ebenfalls als „vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen“ eingestuft, für BPF wird diese Einstufung noch in diesem Jahr erwartet.
Frei von BPA, BPS und BPF sind laut ÖKO-TEST zwei von 52 Testprodukten: die Bio Primo Linseneintopf rustikal und die Sea Gold Heringsfilets geteilt in Tomatensauce.
Weitere Informationen finden Sie in der Septemberausgabe des ÖKO-TEST Magazins und online unter: oekotest.de/601681
Quelle: ÖKOTEST
Ergänzung von NESTLE Deutschland zum Test:
+ MAGGI hat die Verpackung der Ravioli-Produkte bereits umgestellt hat und alle neuen Produktionen werden in Dosen abgefüllt, dessen Außenlack BPA-NI ist. :
„Die Qualität und Sicherheit unserer Produkte haben für uns höchste Priorität. Bedenken über das mögliche Vorhandensein von Schadstoffen in Lebensmitteln, einschließlich unserer eigenen Produkte, nehmen wir sehr ernst. Im Zuge unserer kontinuierlichen Bemühungen zur Weiterentwicklung unserer Verpackungen haben wir unser Dosen-Verpackungsmaterial in der ersten Jahreshälfte 2026 umgestellt auf eine Metalldose, deren Innen- und Außenlack ohne die Verwendung von BPA hergestellt wird. Diese Verpackung wird heute für unsere MAGGI Ravioli Produkte eingesetzt.
Das von ÖKO-TEST untersuchte Produkt wurde bereits im November 2025 produziert und stammt somit aus der Zeit vor dieser Umstellung.
Unsere Produkte und Verpackungsmaterialien sind sicher und uneingeschränkt zum Verzehr geeignet.“