Mehr Grün, mehr Sitzgelegenheiten und mehr Platz zum Verweilen: Die Umgestaltung der Louisenstraße in der Äußeren Neustadt kommt bei den Menschen gut an. Rund 80 Prozent der 901 teilnehmenden Personen einer begleitenden Online-Befragung befürworten die Veränderungen und wünschen sich, dass sie dauerhaft bleiben. Die Stadtverwaltung plant, die Pflanz- und Sitzelemente sowie Fahrradbügel vor Ort zu belassen und die Louisenstraße zusätzlich mit Bäumen zu begrünen.
Ab 11. Mai starten Arbeiten zwischen Alaunstraße und Görlitzer Straße/Rothenburger Straße. Die Louisenstraße soll langfristig klimaangepasster und stadtraumverträglicher umgestaltet werden. Foto: MeiDresden.de
Seit Juni 2026 erprobte die Stadt zwischen Alaunstraße und Görlitzer Straße/Rothenburger Straße verschiedene Möglichkeiten, den Straßenraum grüner und attraktiver zu gestalten. Die Testphase endete am 31. Oktober 2026 und war Teil des Projektes „Louisenstraße im Wandel“, mit dem das Amt für Stadtplanung und Mobilität eine bauliche Umgestaltung der Quartiersstraße vorbereitet. Zum Einsatz kamen unter anderem Pflanz- und Sitzelemente mit Wasserspeichern, Pflanzkübel, Pflanzbeete als Platzhalter für künftige Straßenbäume und Fahrradbügel. Jugendliche aus dem Stadtteil übernahmen die Pflege einzelner Pflanzkübel.
Baubürgermeister Stephan Kühn: „Mit der Umgestaltung der Louisenstraße folgen wir dem Auftrag aus Stadtrat und Stadtbezirk. Die Menschen in Dresden wünschen sich attraktive öffentliche Räume – in der Neustadt genauso wie in anderen Stadtteilen. Straßen sollen nicht nur den Verkehr aufnehmen, sondern Orte sein, an denen man sich gerne aufhält. Mehr Grün, Sitzgelegenheiten, Hitzeschutz und eine vielfältige Nutzung des Straßenraums gehören dazu. Die Ergebnisse der Testphase zeigen deutlich, dass wir mit diesem Ansatz auf dem richtigen Weg sind. Die vielen Hinweise aus der Beteiligung helfen uns nun, die Planung weiter zu verbessern."
Umfrage zeigt breite Zustimmung
Rund zwei Drittel der Befragten wohnen in der Äußeren Neustadt. Besonders hoch fällt die Zustimmung bei den unter 30-Jährigen aus: 90 Prozent von ihnen befürworten die Umgestaltung. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Äußeren Neustadt sind es 82 Prozent, bei Menschen, die hauptsächlich zu Fuß unterwegs sind, 83 Prozent.
Die Umfrage untersuchte auch, wie gut die temporäre Gestaltung die Ziele der Stadt erfüllt: mehr Grün, eine verbesserte Aufenthaltsqualität, bessere Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr sowie weniger Kfz-Verkehr. Vor allem die zusätzliche Begrünung (83 Prozent) und die verbesserte Aufenthaltsqualität (82 Prozent) bewerten die Teilnehmenden positiv. Auch für den Fußverkehr sehen 63 Prozent Verbesserungen. Weniger zufrieden sind sie mit den Bedingungen für den Radverkehr (38 Prozent) und der angestrebten Reduzierung des Kfz-Verkehrs (31 Prozent). Hier sieht die Mehrheit die Ziele noch nicht erreicht.
Die offenen Rückmeldungen zeichnen ein differenziertes Bild. Viele wünschen sich weitere Bäume und mehr Schatten sowie eine bessere Pflege und Sauberkeit. Auch Verkehrssicherheit, Verkehrsberuhigung und der Wegfall von Stellplätzen beschäftigen die Menschen. Die Stadtverwaltung berücksichtigt diese Hinweise bei der weiteren Planung.
André Barth, Leiter des Stadtbezirksamts Neustadt fasst zusammen: „Der Stadtbezirk Neustadt hat die Testphase von Anfang an unterstützt und dafür bewusst Mittel bereitgestellt, weil wir wollten, dass sich an der Louisenstraße etwas verändert. Dass die große Mehrheit die Umgestaltung positiv bewertet, bestätigt diesen Weg. Deshalb wollen wir auf Grundlage der Ergebnisse auch dauerhaft Pflanz- und Sitzelemente hier halten. Besonders freut mich das viele positive Feedback aus der Nachbarschaft, von Gewerbetreibenden ebenso wie von Anwohnerinnen und Anwohnern. Da gab es neben Zuspruch auch hilfreiche Hinweise, sodass wir die Anordnung etwas angepasst haben. Genau dafür haben wir ja mit mobilen Elementen und einer Testphase gearbeitet.“
Ab 11. Mai starten Arbeiten zwischen Alaunstraße und Görlitzer Straße/Rothenburger Straße. Die Louisenstraße soll langfristig klimaangepasster und stadtraumverträglicher umgestaltet werden. Foto: MeiDresden.de
Neun Straßenbäume für 2027 geplant
Die mobilen Pflanz- und Sitzelemente und Fahrradbügel sollen dauerhaft auf der Louisenstraße bleiben. Einzelne Elemente hat die Stadt bereits neu angeordnet, um unter anderem die vorhandenen Kfz-Stellflächen besser zu berücksichtigen. Auch das Engagement der Menschen, die in der Louisenstraße wohnen und arbeiten, sowie der Jugendlichen bei der Pflege der Pflanzen soll weitergehen. Die Stadt möchte es künftig durch Patenschaften stärken. Im zweiten Halbjahr 2027 werden neun Straßenbäume in große Baumgruben mit Regenwasserbewirtschaftung gepflanzt. Sie sollen dazu beitragen, die Neustadt an heißen Tagen abzukühlen und langfristig mehr schattige Plätze zu schaffen.
Entscheidung zur Ampelschaltung Anfang 2027
Seit Juli 2026 erprobt die Stadt an der Kreuzung Alaunstraße/Görlitzer Straße/Rothenburger Straße außerdem eine Ampelschaltung, die ein sicheres und direktes diagonales Überqueren ermöglichen soll. Anfang 2027 entscheidet die Stadt auf Grundlage der ausgewerteten Messdaten, ob sie die neue Regelung dauerhaft beibehält.
Die Ergebnisse der Befragung und die Erfahrungen aus der Testphase bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Planung. Ziel ist es, die Louisenstraße grüner, sicherer und attraktiver zu gestalten und zugleich die unterschiedlichen Anforderungen an den Straßenraum zu berücksichtigen.
Abschließend entscheidet der Stadtrat, wie und wann die Stadt das Vorhaben baulich umsetzen kann. Grundlage der Planung ist ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2019 zur Umgestaltung der Louisenstraße.
Quelle: Landeshauptstadt Dresden