Arbeitgeber blockieren Entlastung – Beschäftigte erhöhen den Druck: Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr zwischen 26. Februar und 1. März 2026 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Zwischen dem 26. Februar und dem 1. März 2026 kommt es in allen drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr. Betroffen sind sämtliche kommunalen Nahverkehrsbetriebe. Die konkreten Streikorte und Zeiträume unterscheiden sich je nach Region und Betrieb. Die jeweils gesonderten Landesinformationen mit detaillierten Angaben zu den Zeiträumen für die jeweiligen Betriebe sind im Anhang an diese Pressemitteilung zu finden.
Verdi ruft die Dresdener Verkehrsbetriebe am Freitag, 27.02.2026 zum Warnstreik auf!
Alle anderen Unternehmen im VVO sind NICHT betroffen. S-Bahnen, Regionalzüge und -busse sowie alle Fähren sind im Einsatz.
© MeiDresden.de
Hintergrund der Warnstreiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen in allen drei Ländern. Trotz unterschiedlicher Verhandlungsstände zeigt sich ein einheitliches Bild: Beim zentralen Thema Entlastung durch Arbeitszeitverkürzung verweigern die Arbeitgeber weiterhin eine substanzielle Bewegung.
In Sachsen-Anhalt liegt auch nach der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vor. Die Arbeitgeber lehnen das Thema Arbeitszeitverkürzung weiterhin kategorisch ab und haben zu weiteren Kernforderungen keine konkreten Alternativen vorgelegt. Entlastung wurde dort erst durch den bisherigen Streikdruck überhaupt zum Gesprächsthema am Verhandlungstisch.
Auch in Thüringen gibt es nach der zweiten Verhandlungsrunde kein neues Angebot. Das von der Gewerkschaft vorgeschlagene Wahlmodell zur Entlastung bleibt für die Arbeitgeber ein „absolutes No-Go“. Statt Lösungen vorzulegen, verweisen sie auf die vermeintlich zu hohen Kosten und stellen die Belastung der Beschäftigten in Frage.
In Sachsen wurden nach dem ersten Warnstreik zwar Teile der Gegenforderungen der Arbeitgeberseite wieder vom Tisch genommen, doch auch hier besteht bei der Arbeitszeitverkürzung weiterhin keinerlei Verhandlungsbereitschaft. Auch soll weiterhin der Urlaub gekürzt und der Krankengeldzuschuss verschlechtert werden. Verbindliche Zusagen etwa zur Beschäftigungssicherung oder zur dauerhaften Entgeltkopplung fehlen weiterhin.
Paul Schmidt, ver.di Landesfachbereichsleiter und Verhandlungsführer, erklärt: „Überall hören wir das gleiche: kein Spielraum bei der Arbeitszeit, kein ernstzunehmendes Angebot zur Entlastung. Gleichzeitig wissen alle um die enorme Belastung in den Betrieben. Die kommunalen Arbeitgeber versuchen, die strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Das lassen wir nicht zu.“ Busfahrerinnen, Straßenbahnfahrer, Werkstatt-, Verwaltungs- und Servicebeschäftigte dürften nicht die Leidtragenden politischer Versäumnisse sein. „Wer täglich Mobilität für Millionen Menschen sichert, hat Respekt und echte Entlastung verdient – keine Blockadehaltung.“ Die Warnstreiks seien ein deutliches Signal an die Arbeitgeber, endlich ernsthaft zu verhandeln und tragfähige Lösungen vorzulegen. Weitere Details zu den jeweiligen Verhandlungsständen in den drei Bundesländern stellt ver.di auf einer Pressekonferenz am Dienstag, 24.02.2026 um 12:00 Uhr vor. Die Einladung hierzu wurde bereits am Freitag versendet.
Zum Streik aufgerufen sind die Beschäftigten folgender Betriebe:
Leipziger Verkehrsbetriebe – am Freitag, 27.02. und am Samstag, 28.02.
Dresdener Verkehrsbetriebe – am Freitag, 27.02.
Chemnitzer Verkehrs-AG – am Freitag, 27.02.
Stadtverkehr Zwickau – am Freitag, 27.02.
Plauener Straßenbahn – am Freitag, 27.02.
Quelle: verdi