Auch in der fünften Verhandlungsrunde zwischen den Tarifparteien im Regionalverkehr Sachsen konnte keine Einigung erzielt werden. Damit bleiben die Gespräche weiterhin ohne konkreten Fortschritt. Die Arbeitgeberseite bewegt sich nach wie vor ausschließlich innerhalb desselben finanziellen Rahmens und zeigt bislang keine Bereitschaft, diesen substanziell zu erweitern. Aus Sicht der ver.di Tarifkommission verhindert diese Haltung eine tragfähige Lösung. Statt echter Verbesserungen werden weiterhin einzelne, begrenzte Anpassungen gegen andere notwendige Veränderungen aufgerechnet. Dies führt insgesamt nicht zu der erforderlichen strukturellen Weiterentwicklung der Tarifbedingungen.
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Zudem lagen zu zentralen Forderungen weiterhin keine Angebote vor. Dies betrifft unter anderem die Verbesserungen bei der Arbeitszeit im Schichtdienst (5-Tage -Woche) sowie eine Erhöhung des Jahresurlaubs.
Eine spürbare Entwicklung der Einkommen (Vergütung und Jahressonderzahlung), die einen echten Fortschritt ermöglicht hätte, war ebenfalls nicht erkennbar.
„Die Beschäftigten erwarten endlich ernsthafte Bewegung. Stattdessen erleben wir Stillstand auf Kosten der Kollegen und Kolleginnen. Ohne ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber wird es keine Einigung geben, erklärte ver.di -Verhandlungsführer Sven Vogel.
Vor diesem Hintergrund sieht sich die Gewerkschaft veranlasst, für den 9. bis 11. April 2026 zu Warnstreiks aufzurufen. Die Arbeitsniederlegungen werden in den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz Osterzgebirge, Meißen und in der Stadt Dresden (RBO, GVB, VGH, DVS, VGM, RVSOE) durchgeführt. Eine deutliche Ausweitung der Streikmaßnahmen in den kommenden Wochen ist bereits geplant.
Die Gewerkschaft bittet die Bevölkerung um Verständnis für die damit verbundenen Einschränkungen. Die Verantwortung für die Eskalation der Situation sieht sie bei der Arbeitgeberseite, die durch ihre fehlende Verhandlungsbereitschaft die aktuellen Maßnahmen provoziert.
Die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden. Ob und wann eine Annäherung erreicht werden kann, bleibt derzeit offen.
Auszüge aus dem Angebot der Arbeitgeber:
Vergütung:
ab 01.04.26 – 2% / Einmalzahlung i. H. v. 217€ (für den Zeitraum 01.01.26 – 31.03.26)
ab 01.01.27 – 2%
Azubis:
ab 01.04.26 – 2% / Einmalzahlung i. H. v. 65€ (für den Zeitraum 01.01.26 – 31.03.26)
ab 01.01.27 – 2%
Laufzeit bis 31.12.27
Rahmentarifvertrag:
Zulage für geteilte Dienste:
ab 01.04.26 15€ (Jetzt 13€)
ab 01.01.28 17€
Erhöhung der Jahressonderzahlung:
in 2026 100€ für die Laufzeit bis 31.12.29 (Jetzt 1.100€)
und 100€ für Beschäftige ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit
(Vergleichbar im Tarifvertrag TVN beträgt die Jahressonderzahlung bis 2029, 50% des Monatsentgeltes. Das entspricht ca. 1.925€)
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Die AVN-Tarifverträge der Gruppe Sachsen finden für folgende Unternehmen Anwendung:
Regionalverkehr Westsachsen (Zwickau), ETP Chemnitz, Regionalverkehr Erzgebirge (RVE), Regiobus Mittelsachsen (RBM), Verkehrsgesellschaft Meißen, DVS Dresden, Regionalverkehr Sächsische Schweiz–Osterzgebirge (RVSOE), Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH), Regionalbus Oberlausitz (RBO), Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB), Omnibusverkehr Oberlausitz sowie DB Regio Bus Ost (Niederlassung Lausitz).
Quelle: ver.di