Noch ist es winterlich, doch in den Morgenstunden ist mehr und mehr Vogelgesang zu hören. Viele Arten haben bereits Frühlingsgefühle und sind auf der Suche nach einem Partner. Zum Valentinstag am 14. Februar gibt der NABU Einblick in das Liebesleben einiger Arten.Ein früher Flirter ist der Waldkauz. Seine Balz hat bereits im Januar begonnen. Durch „kollernde“ Rufe weisen verliebte Käuze der Dame ihres Herzens den Weg zu ausgewählten Revieren. Bei der Balzfütterung präsentieren sie ihre Jagdkünste. Ist die Waldkäuzin mit Qualität und Menge der Beute sowie mit dem angebotenen Brutplatz zufrieden, entscheidet sie sich für eine meist lebenslange Paarbeziehung. Etwa Anfang bis Mitte März legt das Weibchen zwei bis sechs Eier. Nach vier Wochen schlüpfen die Jungen.

Waldkauz Foto: Jon Pauling auf PixabayWaldkauz Foto: Jon Pauling auf Pixabay

Kohl- und Blaumeisen lassen derzeit vor allem bei gutem Wetter und in den Morgenstunden ihren zwitschernden Gesang ertönen. „Das sind hauptsächlich die Männchen. Wie bei den meisten Vögeln herrscht auch bei ihnen Damenwahl“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „Mit ihren Gesängen stecken die Männchen ihr Revier ab und imponieren Weibchen.“ Die besten Chancen haben Sänger, die besonders variantenreich singen. Auch der optische Eindruck ist wichtig. Rümmler: „Vögel, die ein glänzendes, farbenprächtiges Gefieder haben, werden vom Weibchen bevorzugt. Ein attraktives Gefieder deutet darauf hin, dass der Bewerber vital und gesund ist – das verspricht einen guten Bruterfolg.“

Blaumeise  Foto: Jon Pauling auf PixabayBlaumeise Foto: Jon Pauling auf Pixabay

Auch der Vogel des Jahres, das Rebhuhn, schaut sich bereits nach einem Partner um. „Das gilt für Vögel, die sich zum ersten Mal paaren wollen. Ist erst einmal ein Partner gefunden, hält die Verbindung oft ein Leben lang“, so Rümmler. Die Rebhuhnbalz beginnt jetzt im Spätwinter, wenn sich die Familienverbände auflösen, die zum Schutz vor Fuchs und Habicht den Winter gemeinsam verbracht haben. Die Hähne stecken dann mit dem Ruf „kirräck!“ Reviere ab und werben um Partnerinnen. In den frühen Morgen- und Abendstunden sind diese Liebes-Rufe in der offenen Feldflur zu hören.

Rebhuhn Foto: Kev auf PixabayRebhuhn Foto: Kev auf Pixabay

Doch so gut ausgewählt wird, manchmal klappt es auch unter Vögeln nicht mit der Liebe für immer. Rümmler: „Bei Weißstörchen gilt die Treue weniger dem Partner oder der Partnerin, ihr Herz gehört ihrem Horst, dem sie treu bleiben.“ Wenn die Geliebte des Vorjahres am alten Nest wieder eintrifft – gut. Wenn nicht, hat der Storch kein Problem, für eine andere Dame zu klappern und mit ihr eine neue Saisonehe einzugehen.

Weißstorch  Foto:Alexa auf PixabayWeißstorch Foto:Alexa auf Pixabay

Damit die Vögel, die in unseren Siedlungen leben, in eine erfolgreiche Balz- und Brutsaison starten können, kann jeder und jede etwas tun. Wer einen Garten oder einen Balkon hat, sollte ihn naturnah gestalten. Heimische früchtetragende Gehölze, Stauden, eine wilde Ecke sowie der Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger sorgen dafür, dass Vögel Nahrung und Brutplätze finden.

Tipps für einen vogelfreundlichen Garten: www.NABU.de/Vogelgarten

Quelle: NABU Deutschland e. V.