Die sächsische Polizei warnt vor Wohnungseinbruch in der dunklen Jahreszeit. Zum Jahresende 2025 zeichnet sich ein Anstieg im Vergleich zu den 2.243 Fällen der Wohnungseinbruchsdiebstähle im Jahr 2024 ab. Der Gesamtschaden belief sich 2024 auf 6.126.643 Euro. Eine Ursache für die gestiegene Schadenshöhe sind auch höhere Vermögenswerte im Haushalt. Die abschließenden Zahlen für 2025 werden mit der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 vorgestellt. Weiterhin bleibt die Entwicklung der Wohnungseinbruchskriminalität deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie (Entwicklung siehe Anlage): Seit dem Höchststand von über 4.600 Fällen im Jahr 2016 sind die Fallzahlen rückläufig.

Staatsminister des Innern Armin Schuster: »Jeder Wohnungseinbruch greift das Sicherheitsgefühl der Bürger in besonderer Weise an und ist weit mehr als nur materieller Schaden. Die Polizei unterstützt die Bürger vor Ort mit individuellen Sicherheitsberatungen, auch telefonisch, und leistet sehr gute Aufklärungsarbeit. Besonders in der dunklen Jahreszeit appelliere ich an alle, aufmerksam zu sein und auch in der Nachbarschaft füreinander wachsam zu bleiben.«

Die Aufklärungsquote in Sachsen liegt mit 27,5 % im Jahr 2024 deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von unter 20%. Dies unterstreicht den Erfolg der Bekämpfungskonzeption Wohnungseinbruchsdiebstahl der sächsischen Polizei, die seit 2017 greift.

 Polizei gibt Tipps zur besseren Sicherung von Häusern und Wohnungen Foto: clipdealerPolizei gibt Tipps zur besseren Sicherung von Häusern und Wohnungen Foto: clipdealer

Tipps für sicherheitsbewusstes Verhalten:

  • Schließen Sie beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung alle Fenster. Bei gekippten Fenstern, Balkon- und Terrassentüren haben Einbrecher leichtes Spiel.
  • Schließen Sie die Haus- oder Wohnungseingangstür immer zweifach ab – auch wenn Sie nur kurz außer Haus sind.
  • Bei Haus- oder Wohnungstüren mit Glas sollten Sie den Schlüssel nicht von innen im Schloss stecken lassen.
  • Lassen Sie nachts die Rollläden herunter. Wenn Sie verreisen, sollten diese allerdings oben bleiben, da ansonsten direkt sichtbar ist, dass niemand zuhause ist.
  • Haus- oder Wohnungsschlüssel sollten nicht auf dem Grundstück versteckt werden, da Einbrecher jedes Versteck finden.
  • Gartenmöbel, Mülltonnen, Leitern etc. sind beliebte Aufstiegshilfen und sollten daher weggeschlossen werden.
  • Keller- und Dachbodentüren in Mehrfamilienhäusern sollten abgeschlossen werden.
  • Prüfen Sie stets, wer ins Haus will, bevor Sie die Tür öffnen. Das gilt insbesondere bei Mehrfamilienhäusern.
  • Halten Sie bei Mehrfamilienhäusern den Hauseingang auch tagsüber geschlossen.
  • Geben Sie in sozialen Netzwerken keine öffentlich sichtbaren Hinweise darauf, dass sie verreist sind.
  • Alarmieren Sie bei Gefahr – z. B. wenn Sie Hilferufe vernehmen oder eine Alarmanlage ausgelöst wurde – und in dringenden Verdachtsfällen umgehend die Polizei über den Notruf 110.

Absprachen und Vereinbarungen mit der Nachbarschaft:

  • Tauschen Sie untereinander telefonische Erreichbarkeiten, Autokennzeichen und eventuell Anschriften aus, falls Sie längere Zeit nicht zu Hause sind.
  • Bitten Sie die Nachbarn Ihres Vertrauens darum, während längerer Abwesenheit Ihre Wohnung oder ihr Haus zu betreuen, den Briefkasten zu leeren und hin und wieder nach dem Rechten zu schauen. So wirkt Ihr Zuhause nicht verlassen.
  • Veranstalten Sie ein Nachbarschaftstreffen und laden Sie dafür ggf. Vertreterinnen und Vertreter der Polizei und der Kommune mit ein.

Polizei gibt Tipps zur besseren Sicherung von Häusern und Wohnungen Foto: ClipdealerPolizei gibt Tipps zur besseren Sicherung von Häusern und Wohnungen Foto: Clipdealer

Sicherungstechnik:

  • Einbruchhemmende Türen und Fenster sowie mechanische Sicherungen können Einbrüche wirksam verhindern. Sie erschweren den Täterinnen und Tätern die Arbeit und kosten sie dadurch Zeit, die sie nicht haben. Somit erhöht sich die Chance, dass sie ihr Vorhaben abbrechen.
  • Kombinieren Sie mechanische Sicherungstechnik mit elektronischer Überwachung wie zum Beispiel Alarmanlagen. Das Risiko, beim Einbruch entdeckt zu werden, wird damit wesentlich erhöht.
  • Verwenden Sie nur zertifizierte Sicherungstechnik und lassen Sie diese durch ein Fachunternehmen einbauen. Von der Polizei geprüfte und empfohlene Firmen finden Sie im Adressennachweis für Errichterfirmen unter www.polizei.sachsen.de/errichterunternehmen.
  • Ergänzend zur mechanischen Sicherheitstechnik sowie Überwachungstechnik ist es empfehlenswert, Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder zu installieren.
  • Eine weitere sinnvolle Ergänzung sind z. B. digital programmierbare Zeitschaltuhren für Leuchten und Rollläden, Fernsehsimulatoren und Smart-Home-Systeme.
  • Einen Kredit oder Zuschuss für den Einbau und die Nachrüstung von Sicherungstechnik können Eigentümer, Vermieter und Mieter im Rahmen der staatlichen Förderung von Einbruchschutz erhalten. Mehr Infos unter www.k-einbruch.de/sicherheitstipps/foerderung.

Die Polizei empfiehlt, wertvolle Gegenstände sowie Schmuck- und Kunstgegenstände zu katalogisieren und zu fotografieren. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Hausratversicherung, damit im Falle eines Einbruchs die Absicherung des finanziellen Schadens gewährleistet ist. Informieren Sie sich dazu bei Ihrer Versicherung oder der Verbraucherschutzzentrale.

Die Polizeilichen Beratungsstellen der Polizeidirektionen in Sachsen unterstützen darüber hinaus mit mehreren Aktionstagen die Präventionskampagne K-Einbruch. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich zum Thema Einbruchschutz sicherungstechnisch sowie verhaltensorientiert beraten zu lassen.

Quellen: LKA Sachsen, Sächsisches Staatsministerium des Innern