Am 9. August wurde im Leipziger Stadtteil Grünau erstmals in Sachsen ein Vorkommen der Asiatischen Hornisse nachgewiesen. Experten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und Hornissenexperten aus dem Raum Leipzig haben die Art anhand eines Videos, das ein Imker an seinem Bienenstock aufgenommen und gemeldet hat, als Asiatische Hornisse bestätigt. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Leipzig und ortsansässigen Imker- und Naturschutzverbänden hat das LfULG umgehend die nächsten Schritte eingeleitet. Es geht jetzt darum, das Nest in Leipzig-Grünau ausfindig zu machen und zu beseitigen. 

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Das LfULG bittet die Bevölkerung in Leipzig um Mithilfe. Wer eine Asiatische Hornisse oder das mögliche Hornissen-Nest sieht, wird gebeten, seine Beobachtung möglichst mit Foto und der Angabe von Kontaktdaten über das »Meldeportal für Arten« des LfULG anzuzeigen. Wer das mögliche Nest entdeckt, sollte unbedingt einen Abstand von fünf Metern oder mehr einhalten, da Asiatische Hornissen in der Nähe ihrer Nester zur Verteidigung ihrer Brut sehr aggressiv reagieren können.

Die Asiatische Hornisse baut ihre sogenannten Sekundärnester, die über den Sommer besiedelt sind, bevorzugt in über zehn Meter hohen Bäumen in einer Höhe ab fünf bis sechs Metern aufwärts. Die Nester hängen frei im Baum. An Gebäuden oder in Hecken sind sie eher seltener zu finden. Die Nester sind meist 60 bis 100 Zentimeter hoch, rund bis birnenförmig, mit einer seitlichen Öffnung versehen und bräunlich gefärbt.

Fachlicher Hintergrund:

Die Asiatische Hornisse ist mit einer Größe von zwei bis drei Zentimetern nur etwas kleiner als die geschützte heimische Europäische Hornisse. Sie unterscheidet sich von dieser durch eine fast schwarze Brust, auffällige gelbe Beinspitzen und einen überwiegend dunklen Hinterleib mit einer orange-gelben Binde. Europäische Hornissen sind heller, gelb-bräunlich gefärbt.

Bei der Asiatischen Hornisse handelt es sich nach EU-Verordnung Nr. 1143/2014 um eine sogenannte invasive gebietsfremde Art. Da sich die Art im Süden und Westen Deutschlands bereits stark ausgebreitet hat, wurde sie im vergangenen Jahr für Deutschland als weit verbreitete Art eingestuft. Im Osten gab es bisher lediglich Einzelfunde.

Eine Ansiedlung in Sachsen soll durch die schnelle Nestsuche und die Entfernung der Nester möglichst lange verhindert werden. In Abstimmung mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird das LfULG in der frühen Phase der Ansiedlung der Asiatischen Hornisse die Nestsuchen begleiten und die örtlichen Behörden dabei unterstützen.

Für den Erstfund der Art in Leipzig gibt es jetzt dafür ein begrenztes Zeitfenster, denn im Spätherbst fliegen aus dem Nest im Durchschnitt 300-500 Jungköniginnen aus, welche in Verstecken überwintern und im Folgejahr jeweils eigene neue Staaten gründen. Diese hohe Vermehrungsrate und die durch den Klimawandel begünstigte warm-trockene Witterung sind Gründe für die sehr schnelle Ausbreitung der Art in Deutschland.

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Die Asiatische Hornisse ist nicht aggressiver und für den Menschen nicht gefährlicher als andere Hornissen- und Wespenarten. Allerdings verteidigt sie ihr Nest sehr rigoros, weshalb der Sicherheitsabstand dazu unbedingt eingehalten werden sollte. Da alle Wespenarten und die heimische Europäische Hornisse besonders geschützte Arten sind, dürfen die Nester der Asiatischen Hornisse wegen der Verwechslungsgefahr erst nach Hinzuziehen von Fachkundigen (zuständige Naturschutzbehörde, Wespen- und Hornissenberater) entfernt werden.

Schäden verursacht die Asiatische Hornisse vor allem in Bienenvölkern und in der Landwirtschaft, denn sie ernährt ihre Brut mit anderen Insekten und fängt dazu auch Honigbienen sogar direkt an ihren 

Weiterführende Links

* »Meldeportal für Arten« des LfULG  (https://sachsen.meldeportal.cloud/observation/22cbe2f7/asiatische-hornisse)

Quelle: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie