Jeder kennt das alte Lied "Über sieben Brücken musst du gehn". Doch wie lange geht das noch gut? Die Brücken überspannen Straßen, Bahnanlagen und die Elbe. Simone Prüfer, Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts sagte auf einer Pressekonferenz, dass Dresden insgesammt 24 Spannbetonbrücken hat. Sie stehen alle unter permanenter Beobachtung. Ein Beispiel wäre hier die Brücke über die Gleise an der Königsbrücker Straße. Der Haushalt sieht hier einen Neubau für 2027 vor.
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Seit längrere Zeit wird die Brücke Budapester Straße Überwacht. Die Brücke Budapester Straße führt über die Anlagen der Deutschen Bahn, die Straßenbahngleise und die Ammonstraße. Das Bauwerk ist im gleichen Zeitraum wie die Carolabrücke entstanden. Bei ihr kam ebenfalls spannungsrisskorrosionsgefährdeter Spannstahl aus dem Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf zum Einsatz. Zur Absicherung der Verkehrssicherheit wird die Brücke dauerhaft messtechnisch überwacht. Dazu wurden im Herbst 2024 akustische Sensoren an der Brücke angebracht. Die bisherigen Messungen zeigen keine Auffälligkeiten.
Nun ist die Brücke auf einem Abschnitt zwischen Kreuzung Josephinenstraße und Brückenrampe zur Ammonstraße gesperrt. Stadteinwärts ist die Brücke über die Anlagen der DB und der DVB weiter nutzbar. Die direkte Zufahrt Budapester Straße stadtauswärts Richtung Dresden-Plauen ist gesperrt. Der Verkehr wird kleinräumig umgeleitet.
Die Buslinie 62 der DVB fährt eine Umleitung. Die Haltestelle Josephinenstraße in Richtung Plauen entfällt. Bitte die Haltestelle Prager Straße zu nutzen. Für Fuß- und Radverkehr gibt es keine Einschränkungen.
Im Rahmen des Dauermonitorings der Brücke waren zuvor Verdachtsbereiche für mögliche Schädigungen festgestellt worden. Diese Bereiche wurden genauer untersucht. Dabei sind gezielt Bauwerksöffnungen vorgenommen und Spannstahlproben entnommen worden. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass im überwiegenden Teil der Brücke, einschließlich des Abschnitts über die Bahnanlagen der Deutschen Bahn, keine Auffälligkeiten vorliegen. An zwei Stellen im Bereich zwischen Ammonstraße und dem innerstädtischen Brückenende wurde jedoch das typische Schadensbild eines versprödeten Spannstahls festgestellt. Nun soll die Brücke dauerhaft verstärkt werden mit dem Ziel, sie für einen Zeitraum von weiteren zehn Jahren zu erhalten.
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Das laufende Schallemissionsmonitoring wird als sicherheitsrelevante Maßnahme fortgeführt und begleitet sämtliche weitere Schritte. Die eingeleiteten Maßnahmen entsprechen dem üblichen ingenieurtechnischen Vorgehen bei Bauwerken mit spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl. Sie basieren auf einer vorsorglichen Risikobewertung und dienen der frühzeitigen und dauerhaften Sicherstellung der Standsicherheit sowie der Aufrechterhaltung eines wenn auch eingeschränkten Verkehrsflusses.
Bereits vor einem Jahr wurde an der Brücke ein umfassendes Monitoringsystem installiert. Hintergrund ist die Verwendung von spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl, der besondere Anforderungen an die Bauwerksüberwachung stellt. Insgesamt erfassen 122 Schallemissionssensoren sowie rund 850 Meter faseroptische Sensorik mögliche Drahtbrüche und Rissbildungen im Bauwerk.
Quelle: Landeshauptstadt Dresden