Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden stärkt mit neuen Strukturen und Kooperationen seine Rolle als verlässlicher Partner für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Patientinnen und Patienten soll so auch außerhalb der Ballungszentren ein besserer Zugang zu moderner Diagnostik, spezialisierter Behandlung und digital unterstützter Medizin ermöglicht werden. Der Fachkräftemangel, demografischer Wandel und finanzielle Herausforderungen machen neue Versorgungsmodelle zur medizinischen Betreuung notwendiger denn je. „Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Als Maximalversorger kümmern wir uns nicht nur um medizinischen Fortschritt in Diagnostik und Therapie. Wir fühlen uns auch verantwortlich, wenn es um die medizinische Versorgung aller Menschen in Sachsen geht. Hier sehen wir uns als Partner in der Region und als Impulsgeber für neue Versorgungsmodelle – auf Augenhöhe mit den Akteuren vor Ort“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.

Prof. Uwe Platzbecker und der Bannewitzer Bürgermeister Heiko Wersig besprechen Möglichkeiten zur medizinischen Versorgung von ländlichen Regionen.   © UKDD Alexander HesseProf. Uwe Platzbecker und der Bannewitzer Bürgermeister Heiko Wersig besprechen Möglichkeiten zur medizinischen Versorgung von ländlichen Regionen. © UKDD Alexander Hesse

Im Laufe des Jahres 2027 soll die neue Augenarztpraxis in Bannewitz eröffnen. Lange hat die Gemeinde darauf gewartet. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), eine hundertprozentige Tochter des Universitätsklinikums, mietet sich dafür in das neue Pilotwerk Bannewitz ein, das in der Gemeinde entsteht. Perspektivisch soll das Pilotwerk auch Heimat für anderen medizinischen Angebote sein. Die Augenarztpraxis ist Blaupause dafür. „Wir freuen uns sehr, dass wir damit die Expertise der Universitätsmedizin nach Bannewitz bringen und vor allem den Menschen hier ein Angebot schaffen, das bisher vermisst wird“, sagt Prof. Uwe Platzbecker in seiner Funktion als Teil der Geschäftsführung des MVZ. „Bannewitz ist das Tor zum Weißeritzkreis und damit ins Osterzgebirge. Die gute Verkehrsanbindung der Gemeinde ermöglicht es uns, perspektivisch als Bindeglied zu medizinisch unterversorgten Regionen zu agieren.“ „Die Ansiedlung der neuen Augenarztpraxis in Bannewitz ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Gemeinde und ein starkes Zeichen für die Sicherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich seit Jahren eine wohnortnahe fachärztliche Versorgung gewünscht. Umso mehr freut es uns, dass wir gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Dresden eine nachhaltige Lösung schaffen, die die medizinische Versorgung in unserer Region langfristig stärkt“, sagt der Bannewitzer Bürgermeister Heiko Wersig. Bevor es losgeht, wird das Gebäude für die neue Praxis gebaut.

Das Projekt in Bannewitz zeigt, dass es starke Kooperationen und finanzielle Modelle braucht, um medizinische Expertise in den ländlichen Raum zu bringen. Es ist Blaupause und Leuchtturm, um mit ähnlichen Projekten auch andere Regionen zu unterstützen. Vielerorts fehlt es an ausreichend fachärztlichen Angeboten. Das Universitätsklinikum Dresden ist bereits seit Jahren verlässlicher Partner bei der Entwicklung von tragfähigen Lösungen. Dabei spielt auch die Telemedizin eine Rolle. Die Idee: Via Kamera und Übertragungstechnik kommt die Expertise aus Dresden in Kommunen, Kreisstädte und Landkreise. Dabei arbeitet das Universitätsklinikum Dresden in unterschiedlichen Konstellationen und mit verschiedenen Akteuren der Gesundheitsversorgung zusammen.

„Die medizinische Versorgung von Menschen im ländlichen Raum ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu Präventionsangeboten, moderner Diagnostik und Therapien haben. Die Universitätsmedizin Dresden sieht sich hier in der Verantwortung. Und die Möglichkeiten der Digitalisierung sind ein Schlüssel, um diese wahrzunehmen. Die zukünftige Sicherstellung medizinischer Versorgung ist insbesondere in der Etablierung von telemedizinischen Hybridpraxen zu finden, die die Expertise von fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen zielführend in die Fläche bringen. Vor Ort können dabei vorrangig nichtärztliche Praxisassistenzen, aber auch Physician Assistants als Ansprechpartnerinnen und -partner agieren“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.

Quelle: UKDD